SILVER-GARBURG | Klavierduo

In der hohen, oft unterschätzten Kunst des Duospiels auf ein oder zwei Flügeln setzen SivanSilver und ihr Partner Gil Garburg neue Maßstäbe: Publikum und Kritiker feiern sie, hochkarätige Orchester, Festivals und Veranstalter laden sie immer wieder erneut als Gäste ein. Sie sind in der Carnegie Hall und im Lincoln Center, im Wiener Musikverein, im Sydney Opera House und in der Berliner Philharmonie aufgetreten, haben in rund 70 Ländern auf allen fünf Kontinenten konzertiert und spielen regelmäßig mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, der St. Petersburger Philharmonie und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Ihre Aufnahme von Mendelssohns Konzerten für Klavierduo und Orchester mit der Bayerischen Kammerphilharmonie unter Christopher Hogwood, um nur eine von mehreren CDs zu erwähnen, nannten der Bayerische Rundfunk „atemberaubend“, die Süddeutsche Zeitung „höchst spannend“ und die Zeitschrift Rondo schlicht „brillant“. Der Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schwärmte von der „lyrischen Empfindsamkeit und der hinreißenden technischen Meisterschaft“ des Duos und meldete, dass man „derart spontane Bravorufe“ am Ende eines Konzerts nur selten erlebe. Und ein Kollege vom Independent formulierte als Fazit: „Was für ein wunderbarer Abend!“

In der Saison 2014/15 werden die beiden Israelis, die mit ihrem Sohn in Berlin wohnen, in Nord- und Lateinamerika, in Ostasien und Australien und Neuseeland, in Israel und zahlreichen Ländern Europas gastieren – mit Orchestern oder in Klavierabenden. Außerdem stehen Tourneen mit dem Münchener Kammerorchester durch Deutschland und Israel sowie mit der Philharmonie Brünn durch Tschechien und Österreich, u.a. im Wiener Konzerthaus im Kalender. Zudem erscheint im Frühjahr 2015 bei ihrem neuen Exklusivpartner Berlin Classics Petruschka und Le Sacre du Printemps von Strawinsky zu vier Händen. Eine weitere CD wird sich den letzten Werken Schuberts widmen.

Mit Ende 30, nach 17 Jahren Duospiel, sind SivanSilver und Gil Garburg drauf und dran, sich in der ersten Liga der Musikwelt zu etablieren – was als Klavierduo doppelt schwer ist. Es reicht nicht, mit Virtuosität und Klangkultur spannende Interpretationen zu erarbeiten. Man muss sie auch zu zweit wie eine Person empfinden und auf vier Händen umsetzen können. Sechs Stunden am Tag arbeiten die erklärten Perfektionisten mit Hingabe an ihrem „gemeinsamen Atmen“ und an Details, die man oft gar nicht bewusst hört – und die doch den Unterschied ausmachen: Balanceänderungen bei Harmoniewechseln etwa oder minimalen Temporückungen. Das aber funktioniert nur mit blindem Verständnis. „Jeder von uns beiden drückt seine eigenen Empfindungen und zugleich ein gemeinsames Empfinden aus. Wir sind eins und dennoch im Dialog miteinander – das ist Magie“, sagt SivanSilver. Und Gil Garburg ergänzt: „Je mehr wir arbeiten, desto mehr wachsen wir zusammen und werden zugleich freier. Wie ein Dirigent seine Vision mit dem Orchester umsetzt, so setzen wir unsere Vision eines Stückes mit vier Händen um. Was ich sagen möchte, kann ich mit vier Händen sagen.“

Die Literatur für Klavierduo ist viel reichhaltiger und hochkarätiger, als sie sich im üblichen Konzertrepertoire darstellt. Silver-Garburg spielen nicht nur alle „Standards“, sondern entdecken mit Begeisterung immer neue Werke für sich. Sie spielen die Konzerte mit Orchester von Bach über Mozart, Mendelssohn und Bruch bis hin zu Poulenc, Martinu, Bartók und heutigen Komponisten. Sie spielen erstaunlich viele Originalwerke für zwei Klaviere und Bearbeitungen der Komponisten selbst, etwa von Schubert, Schumann, Liszt und Dvorák. Allein von Brahms, der diese Besetzung liebte, gibt es 60 Werke für Klavier zu vier Händen, darunter die Originalfassungen fast aller Quartette und Quintette und vieler Orchesterwerke! Und sie haben viele interessante Kammermusikstücke im Repertoire, in denen vierhändiges Klavier besetzt ist.

2014 berief die Kunstuniversität Graz sie, einstimmig und vor zahlreichen namhaften Mitbewerbern, auf eine der wenigen Professuren für Klavierduo, die es überhaupt gibt. Zuvor unterrichteten Silver-Garburg, die zahlreiche Wettbewerbe gewannen, an der deutschen Pianisten-Kaderschmiede, der Hochschule Hannover, wo sie selbst als Schüler von Arie Vardi 2007 ihr Studium abschlossen.

SivanSilver und Gil Garburg reizt der permanente Wechsel zwischen Duoabenden und Orchesterkonzerten, zwischen intimen Stücken, die sie als Einheit fordern, dialogisch angelegten Werken und solchen, in denen sie an zwei Flügeln die Klangmacht eines ganzen Orchesters evozieren. „Es ist leicht, als Klavierduo mit Virtuosität Effekt zu machen. Aber das allein ist uns viel zu wenig. Wir wollen die Zuhörer mit unserer Musik im Herzen berühren.“ Die Reaktionen von Publikum, Presse und ihren Mitmusikern zeigen: Das tun sie.

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